4. Mai 1994 die offizielle Gründungsversammlung

Nach insgesamt 6-jährigen intensiven und mitunter schwierigen Vorbereitungsgesprächen fand am 4. Mai 1994 die offizielle Gründungsversammlung des Abwasserverbandes Karnische Region statt. Zur Bewältigung der gesetzlich vorgegebenen ordnungsgemäßen Abwasserentsorgung haben sich die drei Gemeinden Stadtgemeinde Hermagor-Presseggersee, Marktgemeinde Kirchbach und die Gemeinde Gitschtal dazu entschlossen, gemeinsam den Abwasserverband Karnische Region zu gründen. Ziel der Verbandsgründung war in erster Linie die Erfüllung des Wasserrechtsgesetzes, sowie der Schutz des Grundwassers und der sonstigen Gewässer im Verbandsgebiet.

Mit Bescheid des Amtes der Kärntner Landesregierung erhielt der Abwasserverband die Rechtspersönlichkeit als Körperschaft des öffentlichen Rechtes.

Die Zielsetzung des Verbandes ist die Erhaltung unserer lebenswerten Umwelt und somit unseres Lebensraumes, wobei dem Wasser – eine der Grundlagen unseres Lebens – ein besonderer Stellenwert zukommt.

Wichtige handelnde Personen, die zur Verbandsgründung einen wesentlichen Beitrag geleistet haben, waren:

  • Der damalige Stadtrat der Stadtgemeinde Hermagor und erster Obmann des Verbandes Herr Johann Fritz
  • Der Bürgermeister der Stadtgemeinde Hermagor Vinzenz Rauscher
  • Der Bürgermeister der Marktgemeinde Kirchbach Christoph Buchacher
  • Der Bürgermeister der Gemeinde Gitschtal Hans Herold

 

Von Anfang an war natürlich auch der erste Geschäftsführer des Verbandes Ing. Heinz Steiner wesentlich am Zustandekommen des Verbandes beteiligt. Als langjähriger Abteilungsleiter im bereits bestehenden Kanalreferat der Stadtgemeinde Hermagor, hatte er natürlich enormes Fachwissen im Bezug auf die Errichtung und den Betrieb von Abwasserentsorgungsanlagen.

Die ersten Aufgaben des Verbandes waren die Ausarbeitung der sog. „Gelben Linie“ in den einzelnen Verbandsgemeinden, sowie die Ausarbeitung eines Bauabschnittesabgrenzungslageplanes für die zu realisierenden Kanalbauvorhaben. Die bereits bestehenden Kanalisationsanlagen in der Stadtgemeinde Hermagor wurden vom Abwasserverband übernommen und schon von Verbandsgründung an betrieben. Bereits bestehende Abwasserrahmenkonzepte und diverse Studien zur Realisierung der Ortskanalisationen wurden natürlich entsprechend berücksichtigt, bzw. wurden Aktualisierungen vorgenommen.

Kurz nach Verbandsgründung wurde auch schon mit den Vorbereitungsarbeiten für die Realisierung einer gemeinsamen Verbandskläranlage begonnen. Die Standortsuche erwies sich von Beginn an als äußerst schwierig und zeitaufwendig.

1995

Im Jahr 1995 konnten jedoch die entsprechenden erforderlichen Grundflächen im Bereich des sog. Görtschacher Mooses erworben werden und wurde umgehend mit der Planung und der Einreichung zur wasserrechtlichen Bewilligung begonnen. Nachdem sämtliche behördlichen Bewilligungen erwirkt wurden, wurde sofort mit dem Bau der Kläranlage, erste Baustufe, begonnen. Die Größe wurde aufgrund der sehr großen fremdenverkehrsabhängigen Schwankungen bemessen und wurde die Kläranlage für zwei Ausbaustufen konzipiert.

Der Startschuss für den Bau erfolgte im September 1995 und war die Bauzeit für drei Jahre vorgesehen.

1998

Der Probebetrieb konnte im Dezember 1998, wie geplant, aufgenommen werden. Voraussetzung war allerdings auch der gleichzeitige Bau des ersten Verbandssammlers Gail von der Kläranlage bis nach Tröpolach. Durch den Bau dieser Kanalisationsanlage konnten im Dezember 1998 die bereits bestehenden Kanalisationsanlagen der Sonnenalpe Nassfeld, der Stadt Hermagor mit umliegenden Ortschaften, sowie die Kanalisationsanlage rund um den Presseggersee zusammengefasst und ordnungsgemäß zur mechanisch biologischen Kläranlage geleitet werden. Die bestehenden Ausleitungen in die Gail konnten somit stillgelegt werden und führten dies natürlich zu einer bedeutenden Entlastung des Vorfluters.

Der Bauabgrenzungsplan des Abwasserverbandes wurde ursprünglich in 18 Bauabschnitte unterteilt, wobei die Bauabschnitte 01 (Verbandssammler Gail erster Teil) und Bauabschnitt 02 bereits 1998 funktionsfertig abgeschlossen wurden. Als nächster Bauabschnitt 03 wurde die noch nicht erschlossene Feriensiedlung auf der Sonnenalpe Nassfeld geplant und in den Jahren 1998 und 1999 gebaut. Der nächste große Schritt wurde dann in der Mitgliedgemeinde Gitschtal gesetzt. Nachdem der Bauabschnitt 04 mit den Ortsnetzen Möschach und Grünburg, sowie der erste Teil des Verbandssammlers Gössering bis zur Gemeindegrenze errichtet wurden, begann man im Jahr 1999 mit dem Bauabschnitt 05. Dieser Abschnitt umfasste die Ortschaften Jadersdorf, Lassendorf und St. Lorenzen in der Gemeinde Gitschtal, und konnte dieser innerhalb kürzester Zeit, im Jahr 2001, abgeschlossen werden. Zeitgleich wurde auch bereits am Bauabschnitt 06, der die Ortschaften Obervellach, Untervellach, Khünburg sowie Braunitzen und Teile am Presseggersee umfasst, abgewickelt und fertig gestellt.

Auch wurde bereits in diesem Bauabschnitt eine wesentliche Sanierung des Hauptsammlers II am Presseggersee durchgeführt.

2003

In der Gemeinde Gitschtal wurde dann nach Abschluss des Bauabschnittes 05 umgehend am Bauabschnitt 07, welcher die Ortschaften Weißbriach, Regitt-Leditz und Golz umfasst, weitergebaut und im Jahr 2003 fertig gestellt werden. Mit dieser Fertigstellung war die Gemeinde Gitschtal die erste Verbandsgemeinde, die zu 100% an die Kanalisationsanlage Karnische Region angeschlossen war. Aufgrund der starken Entwicklung des Schigebietes am Nassfeld und dem Bau der Talbahn, war der Abwasserverband natürlich auch im Bezug auf die touristische Entwicklung der Ortschaft Tröpolach sehr gefordert und wurde mit diesem Bauabschnitt im Jahr 2002 begonnen. Der Bauabschnitt 08 umfasste nicht nur die Ortschaft Tröpolach, sondern auch die Ortschaften Rattendorf und Jenig, sowie den Verbandssammler Gail zweiter Teil.

2005

Dieser Abschnitt konnte im Jahr 2005 seiner Bestimmung übergeben werden, und werden die Abwässer aus diesem Bereich ebenso ordnungsgemäß in die Kläranlage zur biologischen Reinigung abgeleitet. Jetzt war auch die Zeit gekommen die ersten Maßnahmen in der Marktgemeinde Kirchbach zu beginnen und wurde der Bauabschnitt 10, Verbandssammler Gail dritter Teil von Jenig bis Kirchbach, errichtet. Zeitgleich wurde beim Bauabschnitt 11, in welchen die Ortschaften Waidegg, Treßdorf, Kirchbach Ost, Ober- und Unterdöbernitzen zusammengefasst sind, begonnen und konnte die Funktionsfähigkeit bereits im Jahr 2008 hergestellt werden. In der Stadtgemeinde Hermagor wurde in dieser Zeit auch der Bauabschnitt 09 – Ortschaften Egg, Süßenberg, Götzing, Kreuth ob Möschach sowie Restteile in der Stadt Hermagor – baulich durchgeführt und im Jahr 2007 abgeschlossen werden.

2009

Der Bauabschnitt 09 umfasste ursprünglich auch den Bereich der Ortschaft Radnig. Diese Ortschaft wurde jedoch erst in den Jahren 2009 und 2010 abwassertechnisch aufgeschlossen. Im Bereich der Marktgemeinde Kirchbach wurde dann in den Jahren 2007 bis 2009 am Bauabschnitt 14 – Ortschaft Kirchbach West und Reisach sowie Verbandssammler Gail vierter Teil – gearbeitet und war der Anschlussgrad in der Marktgemeinde Kirchbach mit Abschluss des Bauabschnittes bei ca. 60%. Der Bauabschnitt 12 umfasst die Ortschaften Förolach, Görtschach und Wittenig, und wurde dieser in den Jahren 2008 bis 2010 gebaut.

Der Bauabschnitt 15  im Verbandsgebiet , das sind die Ortschaften Gundersheim, Grafendorf, Griminitzen, Goderschach und Stranig wurde in den Jahren 2010 bis 2013 errichtet. Gleichzeitig wurde am Bauabschnitt 17/2 mit den Ortschaften Mitschig, Podlanig, Postran, Möderndorf und Watschig, gearbeitet und sind beide Bauabschnitte fristgerecht fertiggestellt worden .  Der vorläufig letzte  Bauabschnitt 16 mit den Ortschaften Potschach, Micheldorf, Fritzendorf, Mellach, Brugg, Dellach, Kreuth ob Mellweg, Nampolach und Latschach wurde in den Jahren  2013 bis 2015 errichtet . Die Gesamtfertigstellung der Kanalbauvorhaben wurde fristgerecht ausgeführt.

2015

Die ursprünglich nicht im Pflichtbereich gelegenen Ortschaften Kreuth ,  Kleinbergl und Forst wurden auf Ansuchen der do. Bewohner seitens der Stadtgemeinde Hermagor-Pressegger See und der Marktgemeinde Kirchbach in den Pflichtbereich aufgenommen. Die Projektierung dieser Ortschaften wurde vom  Abwasserverband im Jahre 2015 und 2016 durchgeführt und wurden diese Bauabschnitte 19 und 20 in den Jahren 2017 und 2018 baulich fertiggestellt. Somit sind alle im Pflichtbereich der Mitgliedsgemeinden liegenden Objekte an die Kanalisationsanlage angeschlossen.

Erwähnenswert bei dieser Aufzählung ist sicher noch die zweite Ausbaustufe der Kläranlage in den Jahren 2009 und 2010, womit der Endausbau gegeben ist.

Für die Abwicklung und Realisierung der einzelnen Bauabschnitte hatte der Abwasserverband natürlich kräftige Unterstützung seitens der beauftragten Projektanten. Erwähnenswert sind hier die Ziviltechniker DI David Themessl aus Villach, DI Welf Zimmermann aus Nötsch, sowie das Ingenieurbüro Ing. Walter Brieger aus Villach. Sie haben den Verband über Jahre hinweg ordnungsgemäß und fachgerecht betreut, und die gewaltigen Kanalprojekte so kostengünstig als möglich geplant und abgewickelt.

Zu erwähnen ist hier sicher noch die langjährige, erfolgreiche Führung des Abwasserverbandes mit dem Obmann Johann Fritz und dem Geschäftsführer Ing. Heinz Steiner. Diese zwei Personen sind wesentlich an der erfolgreichen Entwicklung des Abwasserverbandes beteiligt und haben sich beide die Realisierung des Abwasserprojektes im Verband zu einer Lebensaufgabe gemacht.

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